Ingeborg Bachmann und Paul Celan

4 08 2008

In der aktuellen Print-Ausgabe des SPIEGEL ( 04.04.2008 ) wird im Kulturteil die (schwierige) Liebe zwischen Bachmann und Celan beleuchtet, und ohne, dass ich viel über beide Lyriker wüsste, hat mich doch der abgedruckte Brief von Bachmann an Celan unglaublich berührt. Da ich den Brief im Internet nicht fand, nehme ich mir die Freiheit heraus diesen abzuschreiben; vielleicht berührt er auch eure Seelen.

Du Lieber,

weil ich so garnicht daran gedacht habe, ist heute, am Vortag – im vergangenen Jahr war es doch auch so – Deine Karte richtig angeflogen kommen, mitten in mein Herz, ja es ist so, ich hab Dich lieb, ich hab es nie gesagt damals. Den Mohn hab ich wieder gespürt, tief, ganz tief, Du hast so wunderbar gezaubert, ich kann es nie vergessen.
Manchmal möchte ich nichts, als weggehen und nach Paris kommen, spüren, wie Du meine Hände anfasst, wie Du mich ganz mit Blumen anfasst und dann wieder nicht wissen, woher Du kommst und wohin Du gehst.
Für mich bist Du aus Indien oder einem noch ferneren, dunklen, braunen Land, für mich bist Du Wüste und Meer und alles was Geheimnis ist. Ich weiss noch immer nichts von Dir und hab darum oft Angst um Dich, ich kann mir nicht vorstellen, dass Du irgend etwas tun sollst, was wir andern hier tun, ich sollte ein Schloss für uns haben und Dich zu mir holen, damit Du mein verwunschener Herr drin sein kannst, wir werden viele Teppiche drin haben und Musik, und die Liebe erfinden.
Ich habe oft nachgedacht, “Corona” ist Dein schönstes Gedicht, es ist die vollkommene Vorwegnahme eines Augenblicks, wo alles Mamor wird und für immer ist. Aber mir hier wird es nicht “Zeit”. Ich hungre nach etwas, das ich nicht bekommen werde, alles ist flach und schal, müde und verbraucht, ehe es gebraucht wurde.
Mitte August will ich in Paris sein, ein paar Tage nur. Frag mich nicht warum, wozu, aber sei da für mich, einen Abend lang oder zwei, drei… Führ mich an die Seine, wir wollen so lange hineinschauen, bis wir kleine Fische geworden sind und uns wieder erkennen.

Ingeborg.

Für mich drückt dieser Brief eine zutiefst empfundene Sehnsucht nach dem Geheimen, Unbekannten, die Suche nach der nie zu erreichenden Geborgenheit, nach der Seelenverwandschaft und dem Gemeinsamen aus,
für mich unglaublich die Stärke und Intensität der von Ingeborg Bachmann verwendeten Metaphern, Gleichnissen welche die Tiefe und Weite bildlich machen.

Muss jetzt los, mir Gedichtsbände besorgen.





Lang ist’s her…

9 05 2008

…das ich hier etwas geschrieben habe.

Nun, das hat natürlich auch seine Gründe (unter anderem Zeitmangel) … dafür kann ich aber schöne Dinge berichten, als da wären:

  • Die neue Firma, in der ich arbeite, wächst und gedeiht
  • Wir sind schon ein paar Wochen erfolgreich online
  • Ich habe mir nun endlich eine Wohnung ausgesucht und werde diese
    wohl auch bekommen
  • Das Wetter ist klasse!
  • Berlin ist auch klasse!

Bei uns in der Firma gibt es sehr viel zu tun, und das ist natürlich auch gut so.
Lustige Kollegen und gutes Wetter machen Spass, und wahrscheinlich wohne ich bald nur eine Viertelstunde vom Büro weg (im Vergleich zu momentan 1:15 – 1:30) – was meine Berlin-Erfahrung doch nochmals deutlich aufwerten wird. Dann kann das Nachtleben endlich konkret untersucht werden, und natürlich werde ich versuchen, mich stellenweise zu integrieren, dazu aber später mehr ;-)

Ach ja: wir suchen momentan noch eine/n C++-Programmierer/in mit Berufserfahrung, diese muss allerdings nicht üppig sein, sprich: etwa 2 bis 3 Jahre aktives Programmieren in C/C++ sollten es sein, Kenntnisse von Polymorphie und OO sind von Vorteil. Wir sitzen im multikulturellen Berlin, Prenzlauer Berg, das Wohnungs- und Kulturangebot sind sehr gut und reichhaltig, das Essen günstig und die Menschen offen und ehrlich ;-)

Bei Interesse mich einfach anmailen || drop a comment ;)

Die Wohnungssuche gestaltet sich hier nicht einfach, und zwar aus folgendem Grund:
Das Angebot ist sehr groß – die Preise dafür recht moderat, was einem die Wahl nicht leicht macht.
Wer allerdings noch nie Probleme hatte, sich schnell zu entscheiden wird natürlich hier auch kein Problem haben ;)





Stuttgaaaart, Stuttgaaaart…

22 12 2007

…gmütliches Kessele. Ja, Thilo und ich sind wieder in Stuttgart. Allerdings nur über Weihnachten, um natürlich das Offensichtlige zu tun: Weihnachten zu zelebrieren.

Zusätzlich dazu müssen wir uns auch noch um unsere alte Firma kümmern, welche wir nun engültig auflösen werden. Schade, aber Berlin und das Projekt dort sind wirklich nicht zu verachten und so ist unsere Verfassung eigentlich sehr gut. Thilo scheint es auch gut in Berlin zu gefallen und auch ich bin eigentlich recht zufrieden; natürlich gibt es auch Kritikpunkte, aber summa summarum ist es eigentlich wunderbar.

Nur um kurz auf einen der gewöhnungsbedürftigen Punkte einzugehen: Die Berliner parken und fahren wie Affen, denen man die Bananen weggenommen hat. Ich habe mir mal mit meiner damaligen Freundin eine 200er Vespa in Roma ausgeliehen und bin da rumgeheizt, und ich kann behaupten, das war auch recht ..sagen wir mal ungewohnt…. aber irgendwie kommt mir das jetzt harmloser vor als in Berlin. Fahrradfahrer ohne Licht (“Licht? Was’n das?” gurken des Abends über die rege befahrenen Straßen, viele 3-5-spurige Kreisel und Ohne-zu-glotzen-Autotür-Aufreißer (ist mir an den ersten beiden Tagen in Berlin 5-6 mal passiert?!) erfordern Wachsamkeit und Konzentration… zumindest Anfangs.

Konsequenterweise habe ich mir dann am dritten Tag ein Navigationsgerät zugelegt, da ich mich die ersten beiden Tage jedesmal gründlich verfahren habe; und das, obwohl ich fast jedesmal nur noch 2-3 Kilometer vom Ziel entfernt war. Seither alles kein Problem mehr, es sei denn, die Amerikaner scramblen das GPS ;-)





Berlin, Berlin…

6 12 2007

…wir fahren nach Berlin. Und tatsächlich sind wir mit dem Auto nach Berlin gefahren, Thilo und ich. Denn unsere Firma wird leider liquidiert, aufgrund widriger Umstände haben wir kein Geld mehr von den Investoren bekommen. Um genau zu sein, es gibt eine amerikanische Firma, welche momentan ziemlich in Schwierigkeiten steckt, Mitarbeiter feuert und generell in der finanziellen Bredouille steckt. Und diese Firma war für unsere Firma in vielen Dingen ein Vorbild (was z.B. die Monetarisierung betrifft), woraufhin ihre aktuellen Probleme die Investoren abgeschreckt haben, weiter zu investieren.

Daher wird unsere Firma aufgegeben und unsere Arbeitskraft in ein anderes Startup gesteckt. Natürlich, wie üblich, ist dieses natürlich noch geheim, zumindest bis Frühjahr 2008 wird dies auch so bleiben.

So kann es gehen, aber wir haben natürlich wertvolle Erfahrungen gewonnen, welche wir für die Zukunft gut gebrauchen können.

Natürlich sind wir traurig, dass aus unserer Geschäftsidee so nichts geworden ist, aber wir sind nicht am Boden zerstört, denn trotzdem haben unsere Investoren zu uns gehalten und uns an das neue Startup weitervermittelt. Dort werden Thilo und ich uns um alle Aspekte der IT kümmern, was auch spannend zu werden verspricht. Davon abgesehen ist es ein komplett anderes Geschäftsfeld, was auch seine Reize in sich birgt.

Also alles in allem kein Beinbruch.





Verlieben…

1 12 2007

…in Filmfiguren?! Ich dachte eigentlich, aus dem Alter bin ich wirklich schon raus (bin ja schließlich “schon” 32 Jahre alt).

balsa.jpg

Aber erstaunlicherweise taucht in dem Anime Guardian of the sacred Spirit eine Frau auf, in welche ich mich quasi sofort …ja, man kann sagen, instantan verknallt habe.

Balsa, die Heldin dieser Geschichte ist ein unglaublich starke, verletzliche, beschützenswerte, moralische, erfahrene, gutaussehende (*schwärm*) und, tja, einfach tolle Speerkämpferin, welche sich ihren Lebensunterhalt als Leibwächterin verdingt. Durch Zufall wird sie zur Beschützerin des zweiten Prinzen aus des Kaisers Familie und muss nun etliche Abenteuer bestehen. Balsa ist um die 30 Jahre alt (*hach!*) und wird wunderbar in Szene gesetzt.

Dieser Anime ist aber eher etwas für das reifere Publikum, es sind keinerlei Überzeichnungen (z.B. à la Eechi) im Stil des Animes zu erkennen; keine Jugend-Anime-typischen Übertreibungen (à la Dragonball oder Trigun etc.) oder sonstige Albernheiten. Einfach wunderschön und ruhig wird die Geschichte vorangetrieben.

In den Kämpfen aber auch in den ernsthaften Beobachtungen von Beziehungen zwischen den Menschen, der Bräuche und Sitten, des Denkens und Handelns der Personen wird deutlich, dass es sich um eine wirklich ernstzunehmende Erzählung handelt, in welcher (glücklicherweise) jegliche Slapstickeinlagen und Kasperrollen (wie z.B: Djadja Bings in StarWars) fehlen.

Erfreulicherweise wird im Frühjahr 2008 endlich die DVD erscheinen (bisher gibt es diese nur auf japanisch), welche ich mir, sobald greifbar, sofort aneignen werde.

Allzu überrascht ob der Qualität sollte ich allerdings nicht sein, ist dieser Anime doch vom Production I.G. Studio, welches sich auch für andere High-Class-Animes verantwortlich zeigt (z.B. Jin Roh und Ghost in the Shell). Andere Produktionen wie z.B. “The Prince of Tennis” erwähne ich hier mal lieber nicht ;-)

Ich kann nur sagen: Wow! Wenn ich das unglaubliche Glück haben sollte, solch eine Frau im echten Leben zu treffen, würde ich alles, aber auch wirklich alles geben, um ihre Gunst zu erlangen.





Wieviele noch…

25 11 2007

…müssen durch Tasereinsatz sterben, bis der Einsatz dieser “humanen Ruhigstellungswaffe” verboten wird?
taser.jpg

Und schon wieder in Kanada? Erst letzten Monat starb Dzeikanski, ein 40-jähriger Pole nach dem Einsatz der Strompistole, was (verständlicherweise) in einem diplomatischen Eklat zwischen Kanada und Polen gipfelte.

Jetzt starb ein 36-jähriger Mann in der Stadt Chilliwack, British Columbia, Kanada nach “gelungener Elektrifizierung” durch die Mounties (Kanadische Polizisten). Immerhin hat der UN-Ausschuß gegen Folter den Taser bzw. seinen Einsatz harsch als “eine Art Folter” kritisiert, was nach Berichten von freiwilligen “Testpersonen” (unglaubliche Schmerzen) wohl nicht allzuweit hergeholt ist.

Und endlich wurde nun eine Untersuchung zur Eignung des Tasers als Polizeiwaffe angekündigt, bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Taser-Lobby durchsetzen kann, oder ob der Sturm der Entrüstung stark genug ist, die Politiker zum Einlenken zu bewegen.

Zu klären wäre unter anderem, was mit Personen mit angegriffenem Herz-Kreislaufsystem und mit Trägern von Herzschrittmachern passiert. Weiterhin ist unklar, ob es zu Herzkammerflimmern kommen kann oder nicht. Eigentlich äußerst unverantwortlich, den Einsatz einer Ruhigstellungs-Waffe zu erlauben, wenn solche Punkte noch nicht zweifelsfrei geklärt sind. Das die Taser-Lobby das ganz anders sieht, liegt in der Natur der Sache.

Was ist eigentlich ein Taser?
Ein Taser (auch Elektroschockpistole genannt) ist eine Art Pistole mit Harpunen und Batterie. Nach dem Betätigen des Auslösers werden zwei Mini-Harpunen, welche mit Drähten mit dem Taser verbunden sind, auf das Opfer abgefeuert; die Minihaken dringen in das Fleisch ein. Danach wird eine hochfrequente Spannung angelegt, 50KV (50.000 Volt) werden durch den Körper gejagt und verursachen die Verkrampfung aller Muskeln, begleitet von extremen Schmerzen. Die Zielperson ist danach für gewisse Zeit bewegungsunfähig und kann unbeschadet, so die Theorie, fixiert bzw. festgenommen werden. (Dazu auch: Taser@wikipedia.de)

Das bis dato über 300 Menschen ihr Leben lassen mussten, weil sie das Ziel einer als untödlich beworbenen Waffe waren, lässt jegliches Verständnis schwinden.





Umzug…

25 11 2007

…jetzt! Aus geschäftlichen Gründen werde ich dieses Jahr (eigentlich in den nächsten 1 1/2 Wochen) nach Berlin ziehen, um dort eine junge Firma IT-seitig zu verstärken, mein Kollege Thilo wird ebenfalls nach Berlin ziehen (der Arme, er ist nämlich gerade bei seinem Umzug nach Stuttgart). Sprich, der vorweihnachtliche Stress wird bei mir noch etwas höher als sonst sein, allerdings ist Berlin für junge Menschen (zu denen ich mich nach wie vor zähle) natürlich eine tolle Stadt: reichhaltiges Kulturangebot, entspannte Wohnlage (in Bezug auf Verfügbarkeit und demzufolge auch preislich) sowie eine tolle Nahverkehrspolitik; die Straßenbahnen fahren rund um die Uhr, davon können in Stuttgart nur viele träumen, welche kein Auto haben oder dieses nicht verwenden wollen (aufgrund von Alkohol etc.) Außerdem gibt es in Berlin nur 3 (in Worten: drei) Nahverkehrs-Zonen (A,B und… na? Wer kommt drauf?) von welchen man aber eigentlich nur 2 braucht (A+B). Im Vergleich zu Stuttgart, wo es 5 Zonen gibt (oder 6? oder 7? Bin schon ewig nicht mehr mit den Öffentlichen gefahren)

Außerdem gibt es dort eine aktive Szene, welche mich sehr reizt, gerade wg. meiner Vorliebe für elektronische Musik. Vielleicht kann ich in Berlin auch meine Musikertätigkeit wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Natürlich ist es schade aus dem beschaulichen, eher gemütlichen Stuttgart und von meiner geliebten Familie wegzuziehen, aber manchmal müssen solche Einschnitte sein, damit das Leben mal anders weitergeht. Meine Bekannten und Freunde verstehen das natürlich, manch einer ist schon fast neidisch ;-)

Allerdings ist Berlin natürlich wesentlich hektischer, ich denke aber, ich werde dort schon ein gemütliches Plätzchen finden.





Terry Pratchett…

23 11 2007

…ist der Douglas Adams der Fantasy. Diesem Zitat kann man getrost zustimmen, denn Mr. Pratchett versteht es wie kein zweiter, im Bereich der Fantasy seine phantastischen Geschichten zum Leben zu erwecken, mit sprühendem Charme und detailverliebter Selbstvergessenheit vollkommen aufzugehen in den lustigen und teilweise sehr schrägen (Herr Schräg, Zombie bzw. Untoter und Vorsitzender der Anwaltsgilde in Ankh Morpork) Charakteren.

Meine Terry Pratchet Sammlung

(Meine Terry Pratchett-Sammlung, anklicken oder Maus drüberhalten, um mehr zu sehen)

Man kann seine Romane als äusserst humoristisch, moralisch, vielseitig und kunterbunt bezeichnen, wer allerdings “ernsthafte” Fantasy erwartet, wird sicherlich etwas enttäuscht sein, da Terry Fantasy und das narrative Genre an sich nicht allzu ernst nimmt. Ich persönlich bin ein Fantasy-Liebhaber, kann aber auch über karrikierte Zauberer, Elfen, Drachen und Zwerge herzhaft lachen, selbst wenn ich viele Standart-Werke der Fantasy gelesen und lieben gelernt habe. (zB. Herr der Ringe)

Wer allerdings nichts von teer-rauchenden, nur ans nächste Essen denkende Zauberern hält, dem rate ich eher ab, da er sich einer massiven Desillusion aussetzen könnte ;-)

Zu Empfehlen sind die Ausgaben von Goldmann-Verlag, übersetzt von Andreas Brandhost, welcher, wie ich finde, das am besten macht (habe ja auch nicht-Goldmann-nicht-Brandhorst-übersetzte Ausgaben, und die sind nicht ganz so gut)

Leider fehlt mir noch ein Band, welcher früher in meinem Besitz verweilte (Holywood), der aber verschollen ist (habe den damals einer Bekannten als Schwangerschaftslektüre überlassen) – welcher zufällig auch mein erster Band war. Dort wird Gaspode geboren, ein durch unkontrollierte Magie zur Intelligenz und Selbstkognition verdammter Strassenköter, welcher seit dem regelmäßig die Geschichten der Scheibenwelt durchstreift und durch seinen Basis-Pragmatismus und schonungslosen Zynismus den Leser immer wieder zum Lachen bringt.





Frauen und Technik…

14 09 2007

…wie früher (und teilweise auch heute noch) Männer behaupten würden: Passt nicht, klappt nicht, geht nicht.

Allerdings hat sich das in den letzten Jahr(zehnt)en stark gewandelt, man(n) denke nur an den ständig steigenden Frauenanteil in Ingenieurberufen sowie allgemein in vielen technischen Branchen (ganz abgesehen davon, dass ich ein paar Frauen kenne, welche von gewissen technischen Bereichen mehr Ahnung haben wie mancher “Super”-Mann).

Laut einer Studie von Saatchi & Saatchi ist auch beim Produktdesign eine starke Emanzipation vom althergekommenen Bild von Produkten für Frauen (Rosa??) sprüfbar: die Mehrheit der Frauen wünscht sich Geräte, welche nicht mehr dem klischeehaften Rosa mit glitzernden Steinchen entsprechen, wie Belinda Parmar, Planungs-Direktor bei Saatchi es auf den Punkt bringt: “Most women feel cheated when they walk into stores or see ads with baby-pink, diamante-encrusted products.” In deutsch sinngemäß: “Die meisten Frauen fühlen sich betrogen wenn sie im Laden oder in der Werbung babyrosa Produkte mit Diamantenverkrustungen sehen.” Ein sehr schöner Ausspruch ;)

Aber bisher ist diese (subtile?) Wendung (leider) noch nicht bei den hießigen Produktdesigner angekommen, es werden immer noch “Frauenprodukte” in albernen Farben und albernen Formen (rund, runder, noch runder) auf den Markt geschmissen.Sicherlich hängt das alles miteinander zusammen; die immer noch ausstehende Komplett-Gleichstellung der Frau, nicht nur bei der Arbeit (niedrigere Löhne, gläserne Decke, sexuelle Belästigungen usw.) sondern auch im gesellschaftlichen Kontext, etwa die zumindest statistisch nachweisbare höhere soziale Intelligenz (und Kompetenz) und die Wertschätzung der Frau als Nachwuchsgarant für unsere Spezies.

Zusammenfassend kann ich von mir sagen, dass ich ein Fan von starken, selbstbewussten Könnerfrauen bin, und ich bin froh, dass es derer wohl immer mehr gibt. (Hab’ ich mich jetzt eigentlich als “Frauenversteher” geoutet? Wer das denkt, sollte mal über seinen Machismo reflektieren).





Wanted: Sci-Fi

27 08 2007

Warum gibt es eigentlich kaum noch richtig gute, packende Science-Fiction-Filme? Filme, welche zum Nachdenken anregen, die nach dem Abspann nachwirken, als hätte man einen Schock bekommen, die einen hineinziehen in eine Welt, aus der man nicht mehr auftauchen möchte, die einen gefangen nehmen und nur widerwillig wieder aus ihren Fängen entlassen? Dummerweise gibt es eben mehr schlechte als gute Filme (leider, leider) und das finde ich einfach schade, obwohl ich sehr wohl weiss, dass es keine guten ohne die schlechten geben kann *sigh*. Trotzdem: ich vermisse dichte Filme (wie z.B. 5th Element), visionäre Filme (2001), erschreckende Filme (Terminator 2, 1984, Clockwork Orange), nachdenklich-lustige Filme (Brazil) welche Sci-Fi und Visionen verbinden; die nicht nur nach Schema-F der Hollywood-Actioner gestrickt sind, die nicht nur auf (zumindest konservativem) Patriotismus aufbauen (Independence Day). Toll wäre z.B. eine Kombination der Studio Ghibli-Filme (wunderschöne Mangas für die ganze Familie, z.B. Chihiros Reise ins Zauberland, Königreich der Katzen, Mein Nachbar Totoro, Kikis kleiner Lieferservice uvm.) und Sci-Fi-Elemente, welche z.B. aus der Shadow-Run-Ecke (das RPG, nicht, das unglaublich enttäuschende PC-Spiel), aus dem Battletech oder den Fallout-Universen kommen. Liebend gerne hätte ich auch eine gute Umsetzung von William Gibbson’s Neuromancer-Trilogie (mit einer bezaubernden Sally Shears, oder auch Molly). Gerne auch eine Kombination aus dem gefühlsbetonten Il Mare (das koreanische Original) und anderem Sci-Fi-Stoff.

Ach ja, das gilt für mich auch für Fantasy-Stoff. Zugegeben, Herr der Ringe war nicht schlecht, aber wer das Buch (die Bücher) gelesen hat, der war wohl auch enttäuscht (wo war Tom?) von der zusammengezogenen Geschichte. Da hat Studio Ghibli schon gepunktet, da deren Filme voller Einfallsreichtum und Fantasie nur so sprühen (okay, man merkt wohl, dass ich eine Ghibli-Fan bin). Wobei auch Ghost in the Shell nicht zu verachten ist (aber bitte mit der deutschen Original-Synchonisation anschauen, da die neue einfach nur schlecht ist).





Music[Techno,Goa]: Supramundane

23 08 2007

Auf Bitten von Thilo, vom dem ich mit Erstaunen erfuhr, das auch er mal Techno hörte (und teilweise immer noch gerne hört) werde ich hier nun ab und an alte Musikstücke von mir verlinken bzw. hochstellen.

Den Anfang macht ein Techno/Goa-Stück aus dem Jahre 1999: Supramundane, ein für meinen Geschmack sehr nettes und mit ordentlichem Drive ausgestattetes Tanzlied ;-)

Stück für Stück werde ich hier auch Perlen aus meiner umfangreichen Live-Act-Zeit präsentieren, natürlich alles free und frei verteilbar. Viel Spass!!

PS: unter sonicsolution.de, meiner Hauptmusik-Seite (welche leider nicht mehr besonders häufig von mir gepflegt wird) könnt ihr mehr herunterladen, mehr gibt’s wie schon gesagt in Kürze.





Hetzjagd in Mügeln

21 08 2007

Unglaublich. Zu Gast bei Freunden! Das sowas im deutschen Osten passiert, verwundert (leider) schon nicht mehr, nichtsdestotrotz bin ich wieder mal schockiert, mit welcher Vehemenz die Menschen dort sich den Tatsachen verschliessen, abwiegeln, mauern, totschweigen. “Wir haben hier keine rechtsradikale Szene”, betont Gotthard Deuse (FDP) immer wieder. Da frage ich mich doch, was noch passieren muss, bis gewisse Leute etwas klarer sehen und sich nicht in demagogischen Platitüden ergehen.

Wie viele Blogger,z.B. danaeis schreiben, ist das Ganze mittlerweile symptomatisch für Sachsen, einer NPD-Hochburg, und das bei sehr geringem Ausländeranteil (teilweise unter 5%). Das dann auch noch Kunden der Pizzeria “Picobello” des Herrn Singh bei den “Jägern” dabei gewesen sein sollen, treibt die Absurdität auf die Spitze. Geburtslobotomisierte grenzdebile Voll-(Nazi-)Deppen, welche beim “Ausländer” Dienstleistungen wahrnehmen (z.B. eine Pizza essen) und ihn danach durch die halbe Stadt jagen… Inkonsequenz par exellence. Von der geistigen Inkontinenz ganz zu schweigen, die diese ewig-Gestrigen, Trittbrettfahrer oder Überzeugungstäter stolz im Gesinnungskreis zeigen.

Bei der besagten Hetzjagd, die bei einem Stadtfest ihren Anfang nahm, ist von Zivilcourage natürlich nichts zu hören/spüren. Da wird weggeschaut, angefeuert oder sogar mitgemacht. Traurig aber wahr: der Osten wird immer brauner, was wie danaeis(s.o.) schreibt, sich mittlerweile zu einem eindeutigen Standort-Nachteil auswächst. Vielleicht wird der Osten dann wirklich bald zur national-befreiten Zone… sobald dann die NPD noch stärker wird im Osten, haben wir bald die nächsten erstarkten Verfechter des “neuen deutschen Reiches”.

Klar, das hier bei mir Bitterkeit mitschwingt, bin doch auch ich kein gebürtiger Deutscher, und habe auch schon Erfahrungen mit Ausgrenzung und Anfeindungen aufgrund meines “nichtarischen” Aussehens. In solchen Momenten zweifle ich an meinem Glauben an den Menschen und seiner Fähigkeit, aus der Geschichte zu lernen.





Team @ Simpsonitis

31 07 2007

Eine kleine Vorstellung des Teams findet ihr hier. ;-)





Business as usual…

23 07 2007

Voll im Gründungsstress, Notar hier, Amtsgericht da, 12-16 Stundentag, das 6 Tage in der Woche, und noch Spass dabei?! Geht das??

Ja, das geht (was ich mir aber davor so hätte nicht vorstellen können) – aber wenn es das eigene Ding ist, ist frau/man ja zu unglaublichen Leistungen bereit. Das ist insofern klasse, dass dadurch die eigenen Grenzen ausgelotet werden und evtl. verschoben werden können. Thilo und ich sind momentan im Vollgas-Modus, und werden diesen so schnell nicht verlassen; natürlich hat das auch Konsequenzen was die privaten Kontakte betrifft, es bleibt leider kaum noch Zeit, diese zu hegen und zu pflegen. Ich habe insofern das Glück, dass bei meinen “Leuten” diese meine Lebensveränderung auf breite Zustimmung und Interesse stößt, sprich: die haben alle Verständnis dafür und sind auch nicht sauer, wenn ich mal ein BesäufnisTreffen absagen muss.

Allen potenziellen Gründern da draußen kann ich nur raten: Haut rein! Macht euer Ding, zieht das durch! Gerade jetzt ist die Zeit günstig für Gründer, wer weiss, wann die Stimmung wieder so sein wird. “Dank” der geplatzten Web-Bubble 1.0 sind die Investoren und Business-Angels durch evtl. auch negative Erfahrungen wesentlich vorsichtiger und klopfen die Business-Pläne sehr genau ab, von kopfloser Euphorie wie beim Web1.0 ist fast nichts mehr übrig. Das heißt, dass ihr sehr schnell herausfinden werdet, ob eure Idee(n) durchsetzungs- und zukunftsfähig sind. Und falls eure Idee den gnadenlosen Prüfungen der potenziellen Investoren nicht standhalten sollten, nicht verzagen, weiter wagen! Nochmals die Idee(n) überarbeiten und in die nächste Runde gehen.

Ach ja, was essentiell ist, neben Idee(n), Mut, Hingabe und Aufopferungsbereitschaft: Leute, gute Leute! Falls ihr jemanden in eurem Bekanntenkreis kennt, der sehr gut ist, dann haut den an! Versucht, sie/ihn von der/den Idee(n) zu überzeugen und holt sie/ihn mit ins Boot. Leute sind nämlich am Anfang eure wertvollste Resource.

In diesem Sinne: Nur Mut, haut rein!!








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