Berlin, Berlin…

6 12 2007

…wir fahren nach Berlin. Und tatsächlich sind wir mit dem Auto nach Berlin gefahren, Thilo und ich. Denn unsere Firma wird leider liquidiert, aufgrund widriger Umstände haben wir kein Geld mehr von den Investoren bekommen. Um genau zu sein, es gibt eine amerikanische Firma, welche momentan ziemlich in Schwierigkeiten steckt, Mitarbeiter feuert und generell in der finanziellen Bredouille steckt. Und diese Firma war für unsere Firma in vielen Dingen ein Vorbild (was z.B. die Monetarisierung betrifft), woraufhin ihre aktuellen Probleme die Investoren abgeschreckt haben, weiter zu investieren.

Daher wird unsere Firma aufgegeben und unsere Arbeitskraft in ein anderes Startup gesteckt. Natürlich, wie üblich, ist dieses natürlich noch geheim, zumindest bis Frühjahr 2008 wird dies auch so bleiben.

So kann es gehen, aber wir haben natürlich wertvolle Erfahrungen gewonnen, welche wir für die Zukunft gut gebrauchen können.

Natürlich sind wir traurig, dass aus unserer Geschäftsidee so nichts geworden ist, aber wir sind nicht am Boden zerstört, denn trotzdem haben unsere Investoren zu uns gehalten und uns an das neue Startup weitervermittelt. Dort werden Thilo und ich uns um alle Aspekte der IT kümmern, was auch spannend zu werden verspricht. Davon abgesehen ist es ein komplett anderes Geschäftsfeld, was auch seine Reize in sich birgt.

Also alles in allem kein Beinbruch.





Umzug…

25 11 2007

…jetzt! Aus geschäftlichen Gründen werde ich dieses Jahr (eigentlich in den nächsten 1 1/2 Wochen) nach Berlin ziehen, um dort eine junge Firma IT-seitig zu verstärken, mein Kollege Thilo wird ebenfalls nach Berlin ziehen (der Arme, er ist nämlich gerade bei seinem Umzug nach Stuttgart). Sprich, der vorweihnachtliche Stress wird bei mir noch etwas höher als sonst sein, allerdings ist Berlin für junge Menschen (zu denen ich mich nach wie vor zähle) natürlich eine tolle Stadt: reichhaltiges Kulturangebot, entspannte Wohnlage (in Bezug auf Verfügbarkeit und demzufolge auch preislich) sowie eine tolle Nahverkehrspolitik; die Straßenbahnen fahren rund um die Uhr, davon können in Stuttgart nur viele träumen, welche kein Auto haben oder dieses nicht verwenden wollen (aufgrund von Alkohol etc.) Außerdem gibt es in Berlin nur 3 (in Worten: drei) Nahverkehrs-Zonen (A,B und… na? Wer kommt drauf?) von welchen man aber eigentlich nur 2 braucht (A+B). Im Vergleich zu Stuttgart, wo es 5 Zonen gibt (oder 6? oder 7? Bin schon ewig nicht mehr mit den Öffentlichen gefahren)

Außerdem gibt es dort eine aktive Szene, welche mich sehr reizt, gerade wg. meiner Vorliebe für elektronische Musik. Vielleicht kann ich in Berlin auch meine Musikertätigkeit wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Natürlich ist es schade aus dem beschaulichen, eher gemütlichen Stuttgart und von meiner geliebten Familie wegzuziehen, aber manchmal müssen solche Einschnitte sein, damit das Leben mal anders weitergeht. Meine Bekannten und Freunde verstehen das natürlich, manch einer ist schon fast neidisch ;-)

Allerdings ist Berlin natürlich wesentlich hektischer, ich denke aber, ich werde dort schon ein gemütliches Plätzchen finden.





Business as usual…

23 07 2007

Voll im Gründungsstress, Notar hier, Amtsgericht da, 12-16 Stundentag, das 6 Tage in der Woche, und noch Spass dabei?! Geht das??

Ja, das geht (was ich mir aber davor so hätte nicht vorstellen können) – aber wenn es das eigene Ding ist, ist frau/man ja zu unglaublichen Leistungen bereit. Das ist insofern klasse, dass dadurch die eigenen Grenzen ausgelotet werden und evtl. verschoben werden können. Thilo und ich sind momentan im Vollgas-Modus, und werden diesen so schnell nicht verlassen; natürlich hat das auch Konsequenzen was die privaten Kontakte betrifft, es bleibt leider kaum noch Zeit, diese zu hegen und zu pflegen. Ich habe insofern das Glück, dass bei meinen „Leuten“ diese meine Lebensveränderung auf breite Zustimmung und Interesse stößt, sprich: die haben alle Verständnis dafür und sind auch nicht sauer, wenn ich mal ein BesäufnisTreffen absagen muss.

Allen potenziellen Gründern da draußen kann ich nur raten: Haut rein! Macht euer Ding, zieht das durch! Gerade jetzt ist die Zeit günstig für Gründer, wer weiss, wann die Stimmung wieder so sein wird. „Dank“ der geplatzten Web-Bubble 1.0 sind die Investoren und Business-Angels durch evtl. auch negative Erfahrungen wesentlich vorsichtiger und klopfen die Business-Pläne sehr genau ab, von kopfloser Euphorie wie beim Web1.0 ist fast nichts mehr übrig. Das heißt, dass ihr sehr schnell herausfinden werdet, ob eure Idee(n) durchsetzungs- und zukunftsfähig sind. Und falls eure Idee den gnadenlosen Prüfungen der potenziellen Investoren nicht standhalten sollten, nicht verzagen, weiter wagen! Nochmals die Idee(n) überarbeiten und in die nächste Runde gehen.

Ach ja, was essentiell ist, neben Idee(n), Mut, Hingabe und Aufopferungsbereitschaft: Leute, gute Leute! Falls ihr jemanden in eurem Bekanntenkreis kennt, der sehr gut ist, dann haut den an! Versucht, sie/ihn von der/den Idee(n) zu überzeugen und holt sie/ihn mit ins Boot. Leute sind nämlich am Anfang eure wertvollste Resource.

In diesem Sinne: Nur Mut, haut rein!!