Aktuell setzt sich die EU-Kommission (mal wieder) mit einer von Versata (mal wieder!) eingereichten Beschwerde auseinander. Darin beschuldigt Versata SAP, seine marktbeherrschende Stellung dazu ausgenutzt zu haben um Versata aus dem Markt zu drängen.
Versata, ein US-amerikanischer Anbieter von ERP-Lösungen (insbesondere für die Sparten Automotive, Power und TelCo), arbeitete jahrelang mit SAP zusammen und nutzte diese auch als Vertriebskanal.
Der aktuelle Fall reiht sich ein in eine mittlerweile schon peinlich anmutende Kette von kartellrechtlich und patentrechtlich untersuchten Vorwürfen; teilweise bereits verhandelt und verurteilt. Dies umfasst unter anderen auch Industriespionage (Oracle), Diebstahl geistigen Eigentums “im großen Stil“ (nochmals Oracle) sowie Patentverletzungen (i2, Anbieter von Supply-Chain-Managemant-Lösungen). Im Jahr 2008 zahlte SAP nach einem Vergleich $83 Mio. an i2 (Fallnummer: „i2 Technologies US, Inc. et al v. SAP AG et al, 06-cv-00352, E.D. Texas“).
Auch Versata und SAP sind des öfteren juristisch aneinandergeraten – im Jahr 2009 verurteilte ein US-Gerichtshof SAP zur Zahlung von $139 Mio. an Versata – wegen Patentverletzung (Versata Software, Inc. et al v. SAP America, Inc. et al, 2:07-cv-00153-CE). Ein weiterer Vorwurf seitens Versata: Datenklau.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass man eigentlich SAP boykottieren müsste; wenn sie denn nicht so eine Marktmacht hätten. Vielleicht wird das etwas besser, wenn OpenSource-ERP-Lösungen leistungsfähiger und stabiler werden, dann müssen nur noch die IT-Entscheider Mut haben.








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