Sollte man sich langsam Sorgen machen? Sorgen mache ich mir schon lange…
In Österreich, nicht unbedingt bekannt als Vorreiter von Toleranz und Fremdenfreundlichkeit (*Polemik*wo wurde Adolf nochmal geboren? *Polemik-Ende*) – obwohl sie eine starke Tourismus-Industrie haben, hat die rechtsgerichtete FPÖ unter Heinz-Christian Strache mithilfe eines Antiislam-Wahlkampfes wieder stark an Einfluß gewonnen (nur gut, das aktuell niemand mit ihm koalieren will) – und die BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) gibt’s auch noch, in den Niederlanden die „Partei für die Freiheit“ unter Geert Wilders, mithilfe, wen wundert’s, eines Antiislam-Wahlkampfes, ebenso – Stichwort „Duldungsabkommen“. Dazu kommen Dänemark („Dänische Volkspartei“ – Dansk Folkeparti, DF), Frankreich (Front National), Schweden (Schweden-Demokraten), Belgien (Vlaams Belang – „Flämisches Interesse“), Ungarn (Partei Jobbik – „Die Besseren“) usw. welche sich ebenfalls auf einem „rechten“ Kurs befinden.
Dazu noch ein kleiner Exkurs nach Deutschland, mit Thilo Sarrazin: (wer dieses Themas überdrüssig ist, überspringe bitte die nächsten 3 Absätze)
In Deutschland hat Thilo Sarrazin mit seinem letzten Buch dafür gesorgt, dass wieder „Überfremdung“ und die ausländischen “Sozialschmarotzer“ diskutiert werden, obwohl viele von Sarrazin in seinem Buch vertretenen Thesen sehr oberflächlich und/oder klar widerlegbar sind, sei es nun das „Juden-Gen“ (lieber Thilo, Judentum ist eine Religion und kein Volksstamm aka „Rasse“ – hast Du in der Schule etwa nicht aufgepasst, oder etwa zu viel in „Mein Kampf“ geschmökert?), die anscheinend steigenden Einwanderungszahlen (inzwischen in Wirklichkeit mehr Auswanderer als Einwanderer lt. Bundesamt für Migration, aktuell wandern zum Beispiel pro Jahr mehr – 10000 – türkischstämmige Menschen aus als ein) oder die laut Sarrazin steigende Zahl von Straftaten, begangen von Menschen mit Migrationshintergrund (laut PKS – Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 und 2009 ist dieser _rückläufig_, das ist ein anderes Wort für „SINKEND“, lieber Thilo).
Ein weiterer Brüller: Vererbbare Intelligenz – auch diese These aus dem Sozialdarwinismus ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Verhaltensgenetiker wie Robert Plomin haben dies bereits nachgewiesen (mittels einer statistisch relevanten Menge von 5957 Kindern in England, siehe hier und hier). Es gibt de fakto kein Intelligenz-Gen, kein Schwulen-Gen oder ähnlich Bescheuertes – aber einfach gestrickte und/oder unreflektierte Menschen glauben solche Dinge nur zu gern (leider auch manche Journalisten, siehe zum Beispiel Thüringer Allgemeine, aber sind ja auch nur Menschen).
Was es allerdings gibt, ist die Epigenetik – kennt der liebe Sarrazin aber nicht. Macht ja nichts – dumm sterben macht auch nichts.
Und nun wird eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlich (13.10.2010), aus welcher hervorgeht, dass viele Menschen in Deutschland ebenfalls erzkonservative oder sogar rechtsextremistische Ansichten vertreten, selbst in parteipolitischen Lagern, wo man ebendies nicht unbedingt erwartet hätte (zum Beispiel SPD).
Sätze wie „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ werden hier von über 35% der Befragten mit „stimme ich zu“ beantwortet. Mehr als 10% wünschen sich (wieder) einen „Führer“, der “mit harter Hand“ das Land regieren soll. Aha?! Kommt uns das nicht bekannt vor?
Spiegel Online dazu: “Ein Viertel der Deutschen stimmt demnach Aussagen mit ausländerfeindlichen Inhalten zu.“
Was ist nun die Konsequenz daraus? Wir erleben eine Umorientierung nach rechts, und zwar in ganz Europa. Das bedeutet, dass, falls sich hier nichts ändert, viele der „ausländisch“ aussehenden Mitmenschen lieber woanders als in Europa leben wollen, damit die „arische Rasse“ in Europa unter sich bleiben kann. Das dies zu einem massiven Schwund von Fachkräften (und ja, tatsächlich auch Steuerzahlern) führen wird, welcher nicht kurz- oder mittelfristig mit „einheimischen“ Kräften gedeckt werden kann, wird natürlich vergessen oder verschwiegen.
Falls das Ganze hier also extremer wird, schließe ich nicht aus, in ein paar Jahren zum Beispiel nach Amerika auszuwandern. Schade eigentlich, bisher hatte es mir hier ganz gut gefallen…






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